EOTRH beim Pferd
EOTRH beim Pferd - eine Diagnose, die man nicht haben will 😥

Gleich vorweg: diese Informationen und Berichte basieren ausschließlich auf den eigenen Erfahrungen und Recherchen.
Ich bin kein Tierarzt.
Ein Tierarzt ist unersetzbar und sollte immer zu Rate gezogen werden.
EOTRH ist die Abkürzung für Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis, ist eine schmerzhafte Zahnerkrankung bei älteren Pferden ab ca 15 Jahren. Besonders oft sind Wallache betroffen und zwar unabhängig von der Rasse.
Der Name bedeutet vereinfacht:
- „Tooth Resorption“ = der Körper baut die Zahnwurzel langsam ab
- „Hypercementosis“ = gleichzeitig bildet der Körper unkontrolliert neues Zahnmaterial an den Wurzeln
Dadurch werden die Schneidezähne krank, locker und sehr schmerzhaft.
Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig bekannt.
Mein Pferd ist 32 und hat diese Krankheit.
Sie wurde vor 2 Jahren bei ihm entdeckt – erst, obwohl er jedes Jahr beim Tierarzt Zahnkontrolle hatte 😥.
Erkrankt ist er bestimmt schon viel länger.
Hätte man es früher feststellen können? JA
Überwiegend sind ältere Pferde betroffen, doch vielleicht könnte man in jüngeren Jahren schon dagegen steuern.
Deshalb, auch wenn dein Pferd noch nicht alt ist, lies bitte weiter 🙏🙏
Es ist so wichtig, zum Wohle deines Pferdes.
Gerade wenn ältere Pferde körperlich abbauen, heißt es schnell mal: na ja, der ist halt alt.
Oder wenn die Zähne locker werden, wie bei meinem Pferd: ja das kommt halt vom Alter, der lockere Zahn wird dann mal von selber ausfallen.

Aber was wäre, wenn dein Pferd abbaut, weil es nur unter Schmerzen fressen kann?
Könntest du mit einem wackeligen Zahn richtig essen, vor allem wenn der auch noch weh tut?
Ich hatte vor zwei Jahren das große Glück, meinen Tierarzt kennenzulernen, der überwiegend Pferdezähne behandelt, immer zum höchsten Wohl des Pferdes arbeitet und sehr ehrlich und offen ist.
Der hatte die Anzeichen von EOTRH erkannt und umgehend diagnostische und behandelnde Maßnahmen ergriffen.
Man findet im Internet fast ausschließlich Berichte, in denen nur die Schneidezähne erwähnt werden, jedoch sieht man die Anzeichen auch an den Backenzähnen meines Pferdes.
Woran erkennt man EOTRH?
Pferde sind Fluchttiere, Beutetiere. Deshalb werden gesundheitliche Beeinträchtigungen meist so lang wie möglich verborgen.
Viele Pferde zeigen anfangs nur kleine Veränderungen.
Typisch sind:
- Schwierigkeiten beim Abbeißen von Gras oder Karotten
- Futter fällt aus dem Maul
- Gewichtsverlust
- Mundgeruch
- vermehrter Speichelfluss
- Zahnfleischentzündungen oder kleine „Pickel“ am Zahnfleisch
- Pferd lässt sich ungern am Maul anfassen
- Kopfscheuen oder Probleme beim Reiten
- lockere oder schief stehende Schneidezähne
Manche Pferde wirken einfach „grummelig“, weil sie vielleicht Zahnschmerzen haben.
Hier ist man als Besitzer gefordert, solche Veränderungen nicht einfach als Unart abzutun.
Pferde sind selten grundlos „unartig“, meist steckt etwas dahinter.
Wie erkennt der Tierarzt die Krankheit?
Von außen sieht man oft nur einen Teil des Problems, deshalb sind besonders wichtig:
- eine gründliche Zahnuntersuchung
- Röntgenbilder der Schneidezähne
Mein Tierarzt sagt, dass man die Veränderungen an den Zahnwurzeln erst auf dem Röntgenbild richtig erkennen kann.
Jedoch könnte der Tierarzt anhand der Zubildungen unter dem Zahnfleisch bereits erahnen, dass dies nicht normal ist und weitere Diagnostik anstreben.
Die Zubildungen bei meinem Pferd waren in Form von Wölbungen des Zahnfleisches über den Zähnen zu vermuten und daraufhin wurden die Röntgenaufnahmen gemacht.
Diese Wölbungen waren schon früher sichtbar, wurden aber nicht beachtet.
Auch kleine rote Punkte oder weißgelbe Pusteln im Zahnfleisch waren sichtbar, die auch auf EOTRH hinweisen können. Schau dir das Zahnfleisch deines Pferdes mal genauer an und sollte dir so etwas auffallen, hole dir bitte fachlichen Rat und lass das abklären.
Kann man EOTRH heilen?
Die Krankheit ist derzeit nicht heilbar.
Eventuell kann man das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
Die einzige Möglichkeit, dem Pferd die Schmerzen zu nehmen, ist meist die Entfernung des/der betroffenen Zähne.
Das klingt erstmal sehr erschreckend, doch was ist die Alternative?
Dem Pferd die Schmerzen nehmen und damit die Lebensqualität steigern ist für mich Priorität.
Was habe ich als Besitzer nach der Zahnentfernung beachtet und wie gehe ich inzwischen mit den Gegebenheiten um?
Ich bin hier immer sehr gut beraten durch meinen Tierarzt, der mir wertvolle Tipps gibt und alles verständlich erklärt.
Die ersten Tage bekam mein Pferd kein Heu, damit sich keine harten Halme in die offene Wunde bohren können.
Sollte dein Pferd auf Stroh stehen, wäre es wichtig, auch das Stroh erstmal zu entfernen, aus demselben Grund.
Mein Pferd erhält Heucobs und alles, was er sonst braucht, eingeweicht.
Weidegang ist erlaubt.
Gott sei dank, denn das wäre für mein Pferd die größte Strafe, wenn er nicht raus dürfte.

Aufgrund seines Alters erhält mein Pferd schon länger zusätzlich Heucobs.
Die Menge wird angepasst wenn nötig, deshalb beobachte ich mein Pferd genau.
Da er sehr langsam frisst und sich nach der Zahnbehandlung zunächst an die veränderte Situation gewöhnen beziehungsweise neu sortieren musste, benötigt er mehr Zeit, um Heu wieder gut aufnehmen und kauen zu können.
Das ist erstmal kein Grund zur Beunruhigung. In dieser Zeit bekommt er einfach mehr Heucobs.
Außerdem bekommt mein Pferd Vitalpilze, die den Organismus unterstützen und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können.
Damit habe ich tatsächlich gute Erfahrungen gemacht. Die schmerzhaften Entzündungsherde im Zahnfleisch sind verschwunden.
Mit der Zufütterung der Vitalpilze kann man schon bei den ersten Anzeichen starten und hat so vielleicht die Chance, den Verlauf der Krankheit hinauszuzögern.


Nun zeige ich dir noch einen Schneidezahn und einen Backenzahn meines Pferdes. Man erkennt die teils nicht mehr vorhandenen oder zerfressenen Zahnwurzeln und auch Zubildungen, die vom Organismus gebildet wurden.
Unten im Bild einer der beiden Schneidezähne meines Pferdes, die gezogen werden mussten, mit den Zerstörungen an der Zahnwurzel.
Im Video ganz unten eine Rundum-Ansicht des entfernten Backenzahnes. Auch hier sind die Zerstörungen sowie die kalkartigen Zubildungen sehr gut sichtbar.

















































